Paartherapie

Gro√üartiges Interview mit Arnold Retzer -DEM Paartherapie-Guru¬†ūüėÄ. Unbedingt lesen!!!

"Lassen Sie uns √ľber Ihr Lieblingsthema sprechen: Probleme, genauer gesagt Paarprobleme.Mich hat in den letzten Jahren die grunds√§tzliche Frage besch√§ftigt: Was ist eigentlich ein Problem? Paare kommen und sagen, sie haben ein Problem. Etwas verk√ľrzt ausgedr√ľckt: Die Frau sagt, mein Problem sitzt hier neben mir. W√§re der anders, h√§tte ich kein Problem. Und der Mann sagt dasselbe. W√§re die Frau anders, h√§tte er kein Problem. Meine These ist: Es gibt keine Probleme, es gibt nur Tatsachen. Diese Tatsachen haben in sich keine Bedeutung, wir sind es, die ihnen eine Bedeutung geben. Und insofern sind wir als Bedeutungsgeber immer mitbeteiligt bei der Konstruktion von Problemen oder L√∂sungen. Der n√§chste Schritt war, dass ich ein Problem definiert habe als eine negativ bewertete Soll-Ist-Differenz. Es gibt einen Istzustand, dar√ľber kann man nicht diskutieren, da sitzt er, der Mann.
Und er schaut schon wieder so griesgr√§mig.Aber griesgr√§mig schauen ist nur dann ein Problem, wenn ich die Vorstellung habe, er sollte anders schauen. Das hei√üt, bei jeder Soll-Ist-Differenz bin ich mit von der Partie als derjenige, der das Problem mit konstruiert. Was ist jetzt meine Aufgabe als Therapeut, Coach, als Probleml√∂ser? Es gibt verschiedene M√∂glichkeiten. Die √ľbliche ist, man versucht den Istwert an den Sollwert anzugleichen. Der Mann wird so lange bearbeitet, bis er fr√∂hlich guckt. Die Ergebnisse sind meist nicht so bek√∂mmlich. Der zweite Weg, an den h√§ufig nicht gedacht wird, ist die Ver√§nderung des Sollwertes. Ich k√∂nnte mich auch von der Vorstellung verabschieden, wie er in meinen Augen sein soll. Inwieweit versch√§rfen die Versuche, L√∂sungen zu erzeugen durch Ver√§nderung des Istzustandes, am Ende das Problem? Das ist die spannende Frage."

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